BARF

Gesund füttern – BARF

Was ist BARF?

Biologisches Artgerechtes Rohes Futter – die natürlichste Form der Fütterung. Fleisch in Kombination mit Gemüse/ Kräutern/ Ölen/ Früchten wird meist roh, aber auch gekocht verfüttert. Hunde sind keine reinen Fleischfresser, sie benötigen neben dem Fleisch vor allem Kräuter und Gemüse (Ballaststoffe) für ihre Verdauung. Katzen dagegen sind reine Beutefresser und benötigen zum Fleisch etc. noch Taurin, da sie dieses nicht selbst bilden können. Das ideale Verhältnis beim Hund von Fleisch zu Gemüse liegt bei 70/30, bei einem 5 kg schweren Hund wären das bei 3% Fütterungsempfehlung vom Körpergewicht 70 g Fleisch und 30 g Gemüse am Tag. Je nach Aktivität und Alter des Hundes muss mehr bzw. weniger gefüttert werden. Einen super BARF-Rechner findet ihr bei Haustierkost.

Warum sollte ich auf s BARFen umstellen?

Tatzenrundschau: Will man seinen Hund möglichst naturnah und gesund ernähren, ohne schädliche Zusatzstoffe, so wie die Hunde/Wölfe früher, so ist die Umstellung auf BARF eine tolle Möglichkeit.

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Wusstet ihr das Hunde Sodbrennen (Hund übergibt sich schaumig) und sogar Migräne bekommen können? Von HD, Diabetes, Nierenleiden, Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten und Übergewicht mal ganz zu schweigen. Trockenfutter schneidet im Schnitt immer noch schlechter als Nassfutter ab, noch weniger Fleisch, noch mehr künstliche Füllstoffe. Im Nassfutter wird oft mit Wasser getrickst, gerade bei Hunden wirkt sich dies negativ aus, da sie sehr viel Magensäure besitzen und häufig mit Sodbrennen reagieren. Ein verbreiteter Mythos beim Trockenfutter: „Die Zähne werden dadurch gereinigt“. Leider nein, denn dazu sind die Brocken zu klein, werden selten richtig zerkaut sonder eher verschlungen und das enthaltene Getreide (Zucker pur) greift zusätzlich die Zähne an. Lieber zu gesunden Kauknochen etc. greifen (auch bei Leckerli & Co. darauf achten was enthalten ist! 100% Natur sollte es sein! Z.B. Dokas)

Hat ein Hund jahrelang ausschließlich industriell gefertigtes Futter bekommen, kann man im Bedarfsfall vom Tierarzt auch Enzyme besorgen, die die Verdauung erleichtern und helfen, den Magen langsam auf die anspruchsvollere Kost umzustellen.

Fertigfutter ist eine Modeerscheinung der Industrie. Mit natürlicher oder gesunder Ernährung hat es nur noch selten was zu tun – da muss man schon zu folgenden Marken greifen: Granatapet, Pfotenliebe, Terra Canis, Wolfsblut. Schaut immer ganz genau auf s Etikett und vergleicht. Getreide an erster Stelle? Gefolgt von der Aussage „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse mind. 4%“, mehr als die Hälfte der Inhaltsstoffe nicht deklariert? Finger weg zum Wohle eurer Tiere. Fleisch gehört an erster Stelle mit mindestens 50% – 60%, gefolgt von Gemüse (Karotten, Zucchini, Brokkoli usw.), Getreide sollte gar nicht enthalten sein oder aus Reis und ggf. Amaranth oder Haferflocken bestehen. Kartoffeln* sind grenzwertig und sollten nur selten verfüttert werden. Hier besser auf Bioprodukte zurückgreifen, sie werden zudem weniger gut vertragen (zu viel Stärke), Nudeln haben dort nichts verloren. Mais sollte nur sehr wenig bis gar nicht enthalten sein – frisch ist es okay, oft ist der angegebene Mais aber lediglich Maiskleber.. Zudem ist Mais ein billiger Füllstoff der die Industrie noch ein wenig reicher und unsere Tiere ein wenig kranker macht. Ebenso wie Soja oft der Auslöser für Allergien! Auch zu viele Innereien führen zu Verdauungsproblemen. Diese sollten nicht täglich bzw. nur in kleineren Mengen verfüttert werden.

„Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ – heißt im Klartext dass nur die überhaupt angegebene Menge vom Fleisch nachvollziehbar ist (4% z.B. Rind), der Rest besteht aus Nebenerzeugnissen wie Urin, Blut, Fell, Schnäbeln, Hufen und allem anderen was sonst noch im Mülleimer gelandet wäre. Lecker oder?

Frisches Fleisch, Frostfutter oder Fleischdose? Je nach Geldbeutel und Tier. Viele Onlineshops wie Haustierkost, Karnivor und Futterfleisch24 haben eine sehr große Auswahl. Wir haben alles ausprobiert und für gut befunden. Bei Fleischdosen bitte auch darauf achten dass 100% des Inhaltes deklariert ist, möglichst ohne irgendwelche Zusätze.

Warum empfiehlt mir mein Tierarzt dann normales Fertigfutter? Die traurige Wahrheit: die Einen wissen es nicht besser, die Anderen sind skrupellos. Womit verdient ein Tierarzt sein Geld? Eben. Oft haben sie auch Verträge mit großen Futtermittelherstellern…

Wie fange ich am besten damit an?

Im Grunde genommen kann sofort umgestellt werden. Da der Magen der Tiere über die Jahre aber oft schon Schäden genommen hat, könnte es sein, dass vorallem bei kranken oder älteren Hunden eine Darmsanierung erfolgen sollte.

Diese dauert drei Tage bei Hunden, bei Katzen habe ich leider keine Erfahrung damit – im Internet findet man aber genug Vorschläge.

Dafür braucht ihr: laktosefreien Joghurt (durch Laktose bekommen viele Hunde Verdauungsprobleme und Durchfall), Heilerde, Laktobazillen (wir nehmen Bigaia) und Haferflocken. Ein Hund von 30 kg kann über den Tag verteilt locker 1 kg Joghurt futtern, bei kleinen Hunden bis 10 kg liegt die Menge bei bis zu 500 g. Wenn der Hund mehr davon fressen mag, darf er das gerne. Die Haferflocken sind wichtig, damit die Hunde nicht übersäuern, die Laktobazillen bauen die Darmflora wieder auf, die Heilerde reinigt und fördert ebenfalls die Darmflora. Während dieser Zeit darf der Hund nichts anderes fressen! Andernfalls können sich die Bakterien nicht ausreichend ansammeln. Nach den drei Tagen gibt es ein bis zwei Tage Schonkost auf zwei Mahlzeiten aufgeteilt, Huhn mit gekochten Möhren z.B. Danach kann normal gefüttert werden. Die Resultate bei unserem Hund waren erstaunlich, nach monatelangem Durchfall und Erbrechen war ab dem ersten Tag der Darmsanierung Schluss damit. Er hat mit Appetit gefressen, zugenommen und glänzendes, schuppenfreies Fell bekommen. Seine Zähne strahlen und er ist rund um gesund.

Sauermilchprodukte und Käse (sehr salzig, bitte nur hin und wieder als Leckerli verwenden) werden wegen des geringeren Laktoseanteils besser vertragen. Diese können gefüttert werden, müssen aber nicht.

Es ist ratsam alle 2-3 Tage die Fleischsorte zu wechseln.

Die Mahlzeiten sollen aber möglichst abwechslungsreich sein.
Wenn man verschiedene Fleischquellen (Rind, Geflügel, evtl. Wild, Pferd, Schaf) füttert, Muskelfleisch mit Innereien abwechselt und ein facettenreiches Angebot an Gemüse, Obst und kaltgepresstem Öl dazugibt, dann gleichen sich Mängel oder Überangebot einer einzelnen Mahlzeit immer aus.

Achtet bitte darauf möglichst keine Knochen zu verfüttern (steht oft bei dem Frostfutter nicht mit bei ob s drin ist!), viele Hunde reagieren mit Verdauungsbeschwerden darauf. Das Knochenmehl von Grau ist hier empfehlenswert.

Welche Knochen darf ich füttern?
Alle, aber auf keinen Fall gekochte Knochen (können tödlich sein) und Knochen, die kein rohes Fleisch mehr besitzen (können ebenfalls massive Schwierigkeiten bei der Verdauung auslösen, da die Produktion der Magensäure nur dann angekurbelt wird, wenn der „Botenstoff Blut“ die Rezeptoren im Magen „kitzelt“. Knochen ohne Fleischanteil können nur schwer verdaut werden und bleiben im ungünstigsten Fall nur leicht angedaut vor dem Magenausgang liegen, wo Sie massive Probleme machen können, wenn sie nicht erbrochen werden.

[…] Gekochte Knochen sind spröde und splittern leicht. Das kann zu schweren Darmverletzungen bis hin zu tödlichem Darmverschluss führen

Beim Gemüse gibt es sehr viel Auswahl, Kohlsorten bitte nur gekocht und in kleinen Mengen verfüttern. Obst ebenso nur in kleinen Mengen ins Futter geben. Bei Paprika darf alles außer der Grünen verfüttert werden, bei Steinobst unbedingt die Kerne entfernen. Unser Hund frisst alles von Äpfeln über Erdbeeren, Ananas, Möhren, Bananen, Papaya, Kirschen… bitte keine Tomaten, Weintrauben oder Zwiebeln füttern, Knoblauch nur in kleinsten Mengen.

Anmerkung durch Tatzenrundschau: Obst und Gemüse sollte püriert oder gekocht werden, weil die Hunde die Zellulose der pflanzlichen Zellwände nicht aufschließen können.

BARFen ist nicht teurer als Fertigfutter! Aber es spart eine Menge Tierarztkosten. Der Hund verträgt keinen Fisch oder bestimmte Fleischsorten? Oft ist das alles Vergangenheit, nach der Darmsanierung.

Auch Öle und Kräuter sind ein wichtiges Thema. Auf KEINEN Fall Sonnenblumen- oder Distelöl füttern! Auch bei Fertigfutter und Leckerli darauf achten. Diese können krebsfördernd sein, belasten die Nieren und den Stoffwechsel unnötig. Sehr gut dagegen sind Lachsöl (besonders bei schuppiger, trockener Haut), Kokosöl (von innen und außen auch sehr gute Insekten- und Parasitenabwehr!), Lein- und Nachtkerzenöl. Die Öle immer nur kalt dazu geben, nie erhitzen. Bei den Kräutern gilt: Weniger ist mehr! 30 Kräuter und mehr auf einmal? Das muss nicht sein. Jeden Tag (nach Gewicht 1 TL – 2 EL) z.B. Petersilie, Schnittlauch oder eine 8-Kräutermischung (ohne Knoblauch) aus dem Gefrierfach reichen vollkommen aus.

Dazu sollte man wissen, dass eine seltsamerweise kaum publizierte Studie eines schwedischen Institutes bewies, dass Konsum von Sonnenblumenöl Veränderungen im Erbgut begünstigte, die zu Krebs führen konnten. Das Institut für Krebsforschung in Schweden fand heraus, dass diese Öle (unter anderem auch positiv getestet waren Distel- und Maiskeimöl) eine Entstehung von Krebs zu einem sehr hohen Prozentsatz von über 50 % beeinflussen können.

Wer nicht die Zeit hat jeden Tag frisch zu kochen, aber dennoch Wert auf gute Ernährung legt, der kann zum einen Komplettmenüs für s Gefrierfach bestellen oder zum Fleisch bzw. den Fleischdosen Belcando Mix It Grainfree füttern. Da wir viel unterwegs sind ist Belcando eine super Alternative. Allerdings bekommt unser Hund auch hier noch jeden Tag einen Löffel Kräuter dazu.

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Der Beitrag wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Wolke205

Zitatquellen: barf-fuer-hunde.de

Einen kostenlosen Umstellungsplan findet ihr hier

*) Ob Kartoffeln tatsächlich so gesund sind, wagen wir dennoch zu bezweifeln. Für Hunde, die aber nur schlecht an Substanz gewinnen oder auch mit erhöhtem Energiebedarf durchaus möglich. (Quelle: barf-fuer-hunde.de)